Notstrom-Containeraggregat für Erdbebenzonen

Das Problem

Der Rheingraben gehört zur Erdbeben gefährdetsten Zone in Deutschland. Im Jahr 2012 wurde an uns die Anforderung eines erbebensicheren Notstromaggregats für ein Chemieunternehmen herangetragen. Die Lieferung der Anlage erfolgte im Jahr 2014 nach Abschluss der Leistungtests im Herstellerwerk.

 

 

Anforderung des Kunden

  • Ermittlung der erforderlichen Aggregateleistung entsprechend Angabe der statischen und induktiven Lasten der zu versorgenden Verbraucher.
  • Einhaltung der Vorgaben für den maximalen Frequenz- und Spannungseinbruch bei Aufschaltung der Verbraucherlasten.
  • Vorgabe der Zuschaltreihenfolge der verschiedenen Verbraucherlasten.
  • Werksprüfung des Aggregates im Herstellerwerk mit den erforderlichen Belastungskriterien durch Test mit einer induktiven Lastbank zur Lastaufschaltung.
  • Betriebsspannung 3 x 690 / 400 V, 50 Hz.
  • Motor: Dieselmotor mit Nenndrehzahl 1500 Umdrehungen pro Minute
  • Generator: Drehstrom-Synchrongenerator 690 / 400 V, Isolationsklasse H
  • Brandwiderstandsklasse F30 innerhalb des Notstromcontainers.
  • Maximaler Transienter Spannungseinbruch bei größter Lastaufschaltung 10 %.
  • Maximaler Frequenzeinbruch bei größter Lastaufschaltung 1 %.

 

 

Verbraucherlasten

Summe der statischen Lasten: 250 kW
Summe der dynamischen Lasten: 1.066,50 kW
Große dynamische Einzellasten: Käfigläufermotoren im Direktanlauf und den Nennleistungen 315 KW, 2x250 kW, 132 kW und 75 kW

Aufschaltleistungen auf das Aggregat

Startsequenz 1: 265 kW
Startsequenz 2: 537 kW
Startsequenz 3: 870 kW
Startsequenz 4: 878 kW
Startsequenz 5: 829 kW
Startsequenz 6: 862 kW

Größe der erforderlichen Netzersatzanlage:

Die Auslegung der Aggregateleistung erfolgte nach der Leistungsberechnung, deren Ergebnis für die Lastaufschaltung eine Leistung von 1.810 kVA ergab. Für die Auslegung des Dieselmotors und Generators wurden die technischen Vorgaben des Kunden und die Lastaufschaltung von 1.810 kVA berücksichtigt. Für die Größe des Dieselmotors wurde eine Leistung von 1.148 kW erforderlich, die elektrische Leistung beträgt dabei 1.092 kW. Für den Generator wurde eine Typenleistung eines Standardgenerators von 3.800 kVA erforderlich.

Entsprechend der vorgegebenen Verbraucherlasten zur zugehörigen Startreihenfolge und der Leistungsberechnung ergab sich für die Netzersatzanlage eine Aggregatescheinleistung von 1.365 kVA, die einer elektrischen Wirkleistung von 1.092 kW entspricht

 

 

 

 

Erdbebensichere Auslegung der Container:

Die erdbebensichere Auslegung und Konstruktionsvorgabe für den Aggregatezusammenbau von Motor und Generator auf dem Grundrahmen, die Anordnung im Container, der Einbau von Tank- Aggregateschaltanlagen sowie aller erforderlichen Hilfs- und Zusatzeinrichtungen erfolgte durch das Darmstädter Ingenieurbüro für Anlagentechnik IfA auf Basis kerntechnischer Anlagen (KTA). Das Unternehmen ist für erdbebensichere Anlagen prädestiniert und hat auch schon Konstruktionsvorgaben für die Auslegung und den Bau von Kernkraftwerken getätigt.

               

Geltende Regeln für die Auslegung

  • KTA 1401: Qualitätssicherung.
  • KTA 2201.4: Sicherheitstechnische Regel für die Auslegung von Kernkraftwerken gegen seismische Einwirkungen.
  • KTA 3701: Übergeordnete Anforderungen an die elektrische Energieversorgung in Kernkraftwerken.
  • KTA 3702: Notstromerzeugungsanlagen mit Dieselaggregaten in Kernkraftwerken.
  • KTA 3205.2: Komponentenstützkonstruktionen mit nicht integralen Anschlüssen.

 

 

Weitere Produkte: